E-Health Gesetz beschleunigt Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Digitalisierung verändert nicht nur unseren Arbeitsalltag, sondern hat inzwischen auch Ämter, Behörden und das Gesundheitswesen erreicht. Die Haltung vieler Menschen hat sich gewandelt, und immer mehr können sich vorstellen, papierbasierte Abläufe im Gesundheitsbereich zu reduzieren.
Seit vielen Jahren arbeitet Deutschland an der Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Gesundheitskarte. Mit dem Inkrafttreten des E-Health-Gesetzes im Jahr 2016 ist deutlich mehr Dynamik entstanden.
Neben dem Gesetz treiben insbesondere Telemedizin sowie Online-Apotheken und digitale Gesundheitsdienste die Entwicklung voran.
Was ist das E-Health-Gesetz?
Das E-Health-Gesetz schafft Rahmenbedingungen für digitale Anwendungen im Gesundheitswesen. Dazu gehören unter anderem:
- Telemedizinische Leistungen (z. B. Videosprechstunden)
- Verbesserte digitale Infrastruktur im Gesundheitsbereich
- Schrittweise Einführung digitaler Patienteninformationen
Gerade für Menschen in Regionen mit schlechter medizinischer Versorgung kann dies Vorteile bringen.
Was bedeutet E-Health?
E-Health verbindet Medizin, IT und Gesundheitsmanagement. Ziel ist es, medizinische und organisatorische Prozesse mit Informations- und Kommunikationstechnik effizienter zu gestalten.
Dazu zählen unter anderem Behandlung, Betreuung, Dokumentation und Austausch relevanter Gesundheitsinformationen.
Was gehört zu E-Health?
- Elektronische Gesundheitskarte
- Elektronische Patientenakte (ePA)
- Elektronische Gesundheitsakte (eGA)
- Telemedizindienste
- Gesundheitsportale
- Online-Apotheken
Stand 2018/2019: Wo steht die Umsetzung?
Die ePA wird schrittweise eingeführt, um Krankheitsverläufe digital zu dokumentieren. Ein zentraler Punkt bleibt die Freiwilligkeit der Nutzung und die Entscheidungshoheit der Patienten über gespeicherte Daten.
Neben der ePA gibt es die eGA, über die bei Einwilligung relevante Akteure wie Ärzte, Apotheken und Pflegeeinrichtungen auf Daten zugreifen können.
Mehr zum damaligen Umsetzungsstand im Ärzteblatt.
Digitalisierung im Gesundheitswesen: Chancen und Risiken
Die Digitalisierung bietet große Potenziale, bringt aber auch Herausforderungen mit sich.
Chancen
- Schnellere Verfügbarkeit und Übermittlung von Daten
- Bessere Informationslage im Notfall
- Potenzial für Kosteneinsparungen
- Verbesserte Versorgung durch Telemedizin und digitale Dienste
- Vermeidung von Doppelverordnungen und Versorgungslücken
Risiken
- Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen sind hoch
- Uneinheitliche Systeme erschweren die Umsetzung
- Fehlerhafte oder unvollständige Datensätze können problematisch sein
- Sorge vor Datenverlust oder Cyberangriffen
Laut einer McKinsey-Studie (2018) sind durch konsequente Digitalisierung erhebliche Effizienzgewinne möglich.
Problematisch: fehlende einheitliche Umsetzung
Wie auch beim papierlosen Büro erschweren in der Praxis häufig veraltete Technik, Schulungsbedarf und heterogene Prozesse die Umstellung.
Im europäischen Vergleich wurde Deutschland lange als nachholbedürftig bewertet. Eine durchgängige Digitalisierung braucht:
- Einheitliche, sichere Zugriffsmöglichkeiten
- Geeignete Hardware und Software
- Know-how in allen beteiligten Einrichtungen
- Konsistente Standards für Datenspeicherung und Austausch
Welche Formate eignen sich für E-Health-Daten?
Für sichere, rechtskonforme und langfristige Speicherung sind standardisierte Formate entscheidend. Besonders relevant sind:
- PDF/A-3 für revisionssichere Langzeitarchivierung
- PDF/H als Empfehlung für den Gesundheitsbereich
Ein durchsuchbares, strukturiertes Langzeitarchiv ist dabei zentral.
PDF/H = Portable Document for Healthcare
PDF/H existiert seit 2008 als empfohlenes Format für den Gesundheitsbereich und dient dem Austausch medizinischer Informationen.
Typische Inhalte sind z. B.:
- Laborberichte
- Röntgen- und CT-Aufnahmen
- Formulare
- EKG-/EEG-Daten
Wichtig: PDF/H ist kein ISO-Standard, sondern eine Empfehlung.
Mit Formaten wie PDF/A oder PDF/H lassen sich Daten einheitlich speichern und mit passenden Lösungen (z. B. webPDF) zusätzlich mit Signaturen, Barcodes und OCR anreichern.
Außerdem lesenswert
- E-Health und Künstliche Intelligenz im Ärzteblatt