Die neuen PDF Standards 2020

ISO Norm Kugel

2017 wurde der Standard PDF 2.0 veröffentlicht, der 2020 mit Korrekturen in einer zweiten Revision vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ISO 32000-2:2020 als Ergänzung zu PDF 2.0. Was muss man über die neuen PDF-Standards wissen und welche Auswirkungen hat die Überarbeitung auf die Normteile?

Die vier Normteile der zweiten Edition von PDF 2.0

  1. PDF/A-4
  2. PDF/VT-3
  3. PDF/X-6
  4. PDF/R-1

Wie wirkt sich die neueste Revision auf die einzelnen Normteile aus?

PDF/A-4: ISO 19005-4:2020

PDF/A als Format für die Langzeitarchivierung (A steht für Archivierung) liegt mit der Revision in einer neuen Spezifikation vor. Mit PDF/A-4 wird zum einen die Konvertierung erleichtert, um die Archivierung komfortabler zu gestalten. Zum anderen wurde ein Archivierungspfad für PDF-Dateien ergänzt, ohne PDF-Funktionen wie seitenbasierte Output Intents zu verlieren. Vereinfacht wurden außerdem das Handling digitaler Signaturen sowie die Unterstützung von Formularfeldern mit JavaScript.

Mit PDF/A-4 werden die bisherigen Konformitätsstufen a/b/u abgeschafft. Mit PDF/A-4f und PDF/A-4e werden zwei neue Stufen eingeführt, die erstens Dateianhänge ermöglichen, die selbst nicht PDF/A-konform sind, und zweitens den Engineering-Bereich unterstützen. Unter anderem können nun Rich-Media-Annotationen für 3D-Inhalte in den Formaten U3D oder PRC zum Basisformat PDF/A-4 hinzugefügt werden.

Mehr zum Dateiformat PDF/A und den jeweiligen Unterformaten

https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/A

PDF/X-6: ISO 15930-9:2020

Neben dem Format für Langzeitarchivierung wurde auch PDF/X für das professionelle Drucken angepasst. PDF/X war ursprünglich der erste ISO-Standard für PDF und wurde in erster Linie für die Druckindustrie entwickelt. X steht für eXchange.

Der neue Standard PDF/X-6 und PDF/A-4 sind größtenteils identisch. Allerdings beinhaltet PDF/X beim Farbhandling striktere Vorgaben, was für den Druck wichtig ist. Zudem bietet PDF/X-6 Funktionen wie seitenbasierte Output Intents, Black Point Compensation und spektrale Messdaten für Sonderfarben (CxF). Damit verbessert sich die Wiedergabe von Sonderfarben, etwa bei Logos oder konsistenter Ausgabe auf unterschiedlichen Kanälen wie Digitaldruck und Printmedien. Mit der Revision von PDF 2.0 können PDF/X-6-Dateien außerdem Anmerkungen, digitale Unterschriften und Formularfelder enthalten.

Mehr zum PDF/X-Dateiformat

https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/X

PDF/VT-3: ISO 16612-3:2020

Der PDF/VT-3-Standard baut auf dem Druckstandard PDF/X-6 auf. Das heißt: Auch hier geht es um die Optimierung von Druck- und Transaktionsdruck (VDP = Variable Data Printing). PDF/VT-3 gilt als Alternative zu Formaten wie PCL, PPML oder AFP. Mit der Revision ist nun außerdem die Nutzung seitenbasierter Metadaten (DPart) möglich.

PDF/VT als internationaler Standard wurde bereits 2010 von der ISO vorgestellt:

https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/VT

PDF/R-1: ISO 23504-1:2020

Neben Standards für Archivierung und Druck gibt es mit PDF/R einen Standard, der speziell für Scans optimiert ist. Mit der Revision wurde dafür ein neuer ISO-Standard veröffentlicht (R steht für Raster).

Der Standard wurde von der PDF Association in Zusammenarbeit mit der TWAIN Working Group entwickelt. Ziel ist die optimale Speicherung und der Datenaustausch von mehrseitigen Rasterbilddokumenten, also gescannten Dokumenten und Fotos.

Hier mehr lesen im Blog

PDF/A-1, PDF/A-2, PDF/A-3 sowie PDF/UA